Granatapfel – mehr als eine Life-Style-Frucht!

Granatapfel – mehr als eine Life-Style-Frucht!

19. Juli 2019

Der Granatapfelbaum stammt ursprünglich aus der Region des heutigen Iraks/Irans und wurde bereits unter den Sumerern als Topfpflanze gehalten. Im Römischen Reich fand der Granatapfels dann allgemeine Verbreitung und wird heute in allen Regionen mit subtropischem Klima angebaut – zurecht, denn der Granatapfel ist ein Tausendsassa!

Von der Antike bis zum Barock

Über Jahrtausende wird der Granatapfel sowohl kulinarisch wie medizinisch verwendet: Der römische Koch Caelius Apicius bespricht ihn in seinem Kochbuch „De re coquinaria“; die Ärzte Hippokrates und Galenos verwenden ihn bei Magenbeschwerden und Bandwürmern. In etlichen mittelalterlichen Kochbüchern werden Schmoreintöpfe überliefert, die Granatapfelsaft enthalten.

Seit der Antike trägt der Granatapfel auch symbolische Bedeutung: wegen seiner zahlreichen Kerne für Fruchtbarkeit und ewiges Leben, wegen des roten Safts hingegen für (himmlische) Liebe und Nächstenliebe. Als pomum aureum – goldener Apfel – wird er sogar zum Reichsapfel, und zur Frucht, die auf zahlreichen Zier- und Gebrauchsgegenständen erscheint. Eine barocke medizinische Rezeptsammlung der Eleonore Maria Rosalia trägt den witzigen Titel ‚Freywillig aufgesprungener Granat-Apfel‘. Doch was ist der Benefit dieser Frucht gemäß der TEM für uns heute?

Granatapfel und Gesundheit

Für die TEM ist der Granatapfel wärmend-befeuchtend und hat eine besondere Affinität zum sanguinischen Temperament, zum Blutkreislauf und Magen-Darm-Funktionskreis. Diese traditionellen Zuschreibungen konnten inzwischen in Studien belegt werden: Granatapfel wirkt bei Bluthochdruck, bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels, bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder bei Magen-Darm-Beschwerden. Sogar bei Osteoporose sowie bei der Reduzierung von Zahnplaque hat er eine nachgewiesen positive Wirkung. Für die Pharmaindustrie ist der Granatapfel allerdings eher uninteressant, weil nicht lukrativ genug; es wird bis auf weiteres kein auf Granatapfel basierendes Pharmazeutikum geben. In Lifestyle-Magazine und auf Plattformen wurde der Granatapfel hingegen als „Superfood“ gehypt. Wer sich Gutes tun will, der braucht aber nicht unbedingt diese Magazine wälzen, sondern kann ganz schlicht zu Granatapfelsaft, mit Wasser verdünnt, greifen – als Gesundheitstonikum und wohlschmeckendem Durstlöscher!

(Martina Rauchenzauner)