Salz – besser als sein Ruf?

Salz – besser als sein Ruf?

15. September 2022

Dass man den Salzkonsum einschränken sollte, ist „medizinisches Allgemeinwissen“. Allerdings zeigen neueste Studien ein ganz anderes Bild: Salzsparen um jeden Preis ist ungesund! InstiTEM klärt auf…

Salz – zu viel tut nicht gut!

Viele Ernährungsgesellschaften und die WHO drängen darauf, den täglichen Salzkonsum auf 6 g oder sogar auf 5 g zu reduzieren. Und in der Tat ist ein übermäßiger Salzkonsum kontraproduktiv: In China, wo durchschnittlich mehr als 12 g Salz pro Tag konsumiert werden, lässt sich zeigen, dass ein derart hoher Salzkonsum mit einem erhöhten Blutdruck und Schlaganfallrisiko einhergehen kann. Nun ist China das einzige Land, indem 12 g Salz pro Tag überschritten werden; in nahezu allen Ländern weltweit liegt der Salzkonsum um oder unter 10 g Salz. Ist das zu hoch?

Salz – zu unrecht verteufelt?

Bisher konnte keine einzige Studie belegen, dass durch einen Salzkonsum von nur 5 g pro Tag das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen gesenkt werden kann; ganz im Gegenteil. Eine internationale Vergleichsstudie von 18 Ländern untersuchte an 94.000 Personen den Zusammenhang von Salzkonsum und Gesundheit bzw. Krankheit, mit einem brisanten Ergebnis: Ein extrem hoher Salzkonsum, wie er teilweise in China erreicht wird, erhöht in der Tat das Risiko von Schlaganfällen, jedoch nicht das Risiko von Herzinfarkten und die Gesamtmortalität. Ein zu niedriger Salzkonsum kann hingegen das Risiko von Herzinfarkten und die Gesamtmortalität geringfügig erhöhen und die Lebenserwartung verkürzen. Der Idealwert scheint bei 8–10 g Salz pro Tag zu liegen, genau dem Wert, der von der Weltbevölkerung intuitiv „erschmeckt“ wird. Sind also Warnungen und Mahnungen obsolet? Mitnichten!

Salz wie ein Weiser!

Wo Menschen auf Profit optimiertes Convenience-Food zu sich nehmen, da können durchaus auch hierzulande kritische Werte erreicht werden. Wo an qualitätsvollen Hauptzutaten gespart und mit einer Trias aus Füllmittel, Salz und Geschmacksverstärker/Aromen Produkte aufgebrezelt werden, da bleibt die Gesundheit definitiv auf der Strecke. Die Lösung lautet: Selber kochen! Beim „clean cooking“, dem Kochen mit reinen, guten Lebensmitteln, kann die optimal Salzmenge spielerisch erschmeckt werden: Schmeckt’s versalzen – war’s zu viel! Quäle Dich also nicht mit Höchstgrenzen, sondern verlass Dich auf Deinen eigenen Geschmack. Das lateinische Wort für „Weisheit“ lautet übrigens sapientia, das vom Verb sapere = schmecken abgeleitet ist. Die Weisheit in Sachen Salzkonsum ist also eine Geschmackskunst, zu der die Gesundheitsbücher der TEM zwischen Mittelalter und Barockzeit ermuntern. Sie scheinen damit richtiger zu liegen als der überzogene Grenzwert der WHO.